Donnerstag, 21. März 2013

Apfelstrudel

Einige meiner Leibspeisen kann ich nicht auswärts essen, weil sie nirgends so gut schmecken wie bei meiner Mutter.
Schaschlik gehört dazu, Mohnstollen, gefüllte Paprika und Apfelstrudel. 



Es gab immer einfache Küche bei unzuhause, aber immer selbstgekocht, heiss und lecker, auch wenn das Geld als ich klein war sehr sehr knapp war, weil mein Vater studierte.
Mit Apfelstrudel bin ich gross geworden, und für mich gibt es keine andere Variante als die mit Nudelteig.
Jetzt kommt das ABER.
Aber...es gibt kein Rezept. Meine Mutter hat keins, die Oma von der sie es gelernt hat, hatte keins, ich habe keins.
Und es ist der weltbeste Strudel, eh klar.
Wir bereiten einen Nudelteig zu aus Mehl, Eiern, Wasser,Öl.
Boskop Äpfel sind Pflicht. Diese werden gehobelt , und zwar in eine Schüssel, in der schon Zitronensaft und Zucker warten. Und Zimt.
Dazu ein paar Rosinen, ich nehme immer die gelben, grossen, weichen. Diese sollten optimalerweise über Nacht in Rum Heia machen, aber weil ich das IMMER vergesse, wärme ich den Rum an, gebe die Rosinen dazu und füge sie erst ganz am Schluss mitsamt dem Rum zu den Äpfeln. Bei Kindern an Bord würde ich auf Rum und überhaupt Rosinen verzichten, das gibt nur Gepopel am Tisch. Mein Bruder und ich bekamen als Kinder immer einen Extra Strudel ohne Rosinen. Ausserdem würde ich Euch raten viele Strudel zu backen, nicht nur einen! Erstens ist er ruckzuck weg, zweitens lohnt die Sauerei mit dem Mehl in der Küche nicht für eine läppische Nudel auf dem Blech.
Der Nudelteig, der eine halbe Stunde unter Folie entspannen durfte wird auf einem bemehlten Küchentuch ausgerollt, und zwar so dünn, dass man das Muster auf dem Tuch durchsehen kann. Jetzt den ausgewallten Teig mit flüssiger Butter bestreichen, mit etwas Semmelbrösel bestreuen und darauf einen Teil der gehobelten Apfelmasse geben und aufrollen.



 Mithilfe des Tuches auf das mit Backpapier ausgelegte Bachblech legen. Das ist ein bisschen tricky, zugegeben, aber mit ein bisschen Übung geht das immer besser. 
So verfahren bis Teig und Äpfel aufgebraucht sind. Aus Teigresten lassen  sich wunderbar ein paar Raviolis machen, einfrieren kann man ihn auch; Apfelreste kann man so essen, kurz andünsten oder in Joghurt geben.
Alles Strudel mit flüssiger Butter bepinseln, und in den Ofen schieben.




 Meine Mutter backt ihn bei niedriger Hitze und lässt ihn eher hell, ich mag ihn oben knusprig und gehe auf 200°C.  Backzeit weiss ich nicht, ich seh wann er gut ist. Ich bestreiche ihn 3-4 Mal während der Backzeit mit Butter und dem aufgefangenen Zitronen/Apfelsaft, der beim Reiben in der Schüssel entsteht. Ihr könnt auch Sahne nehmen, wenn Euch das angenehmer ist. 
Wichtig! Warm unbedingt ein grosses Stück essen! Und vom Backblech das entstandene Karamell mit einem Löffel kratzen und sich die Zunge verbrennen

Puderzucker gebe ich immer erst unmittelbar vor dem Servieren dazu. Theoretisch hält der Strudel Tage.....aber praktisch werdet Ihr das Mittagessen ausfallen lassen, um zwei Stück Strudel essen zu können.
Wenn Ihr mögt, macht Euch eine Vanillesosse dazu, oder Sahne.....Eis passt auch. Bei uns daheim gibt es ihn pur.
Nüsse habe ich nicht vergessen, es kommen keine hinein.  
Dieses hier ist das persönlichste Nichtrezept, das ich bisher gepostet habe, es ist wirklich Teil meiner Identität. 

 

   

Kommentare:

  1. mmmh toll! Wenn da nur das Ausrollen nicht wäre... Okay, vielleicht mache ich es doch am Wochenende, je nach Erkältungszustand!

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    1. Gute Besserung....soll ich ein Stück schicken?

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  2. Weltbest? Eh klar.
    Großes Stück? Eh klar².
    Gleich eine Kompanieportion machen? Eh klar³.

    Aber 3428346 Fotos in einem Post? Was issn mit Dir los? Schön geworden, Dein Artikel. Jetzt weiss ich wieder, was ich lange nicht mehr bei Mama gegessen habe. Ich muss dann wohl mal wegen Sonntag telefonieren... :D

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    1. Ich weiss nicht, der Akku war geladen und die Karte steckte drin....Uwe, wie bekomm ich denn das Mehl vom Fotoapparat?

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  3. Toll sieht der aus, Melanie!! Vielleicht schwinge ich am WE mein Nudlwoigla :-))

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  4. Leibspeise..da sind wir uns einig!!

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  5. Für Strudel gehe ich auf die Knie!
    In meinem ganzen Leben habe ich noch nie Apfelstrudel gebacken, dabei bin ich sooooo Fan davon. Strudel mit Nudelteig, das klingt spannend und für mich machbar. Aber ich muss jetzt noch was fragen: Wenn man den Teig auf dem Küchentuch auswallt, klebt der dann nicht wie Sau am Tuch?

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    1. Nein, Du musst es ordentlich bemehlen, das geht gut!

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  6. Darf ich Mama zu Dir sagen??? (Meine kann nämlich auch nicht backen... Gendefekt...). Und popeln würd' ich auch!

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    1. Verstanden, einmal Strudel für Majonn ohne Rosinen....

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  7. Wenn wir´s nächste Mal vorbeischneien (wie sieht´s denn aus - noch schön weiß?) gibt´s Apfelstrudel! Deal?

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    1. Doppeldeal......heute die ersten Blümchen gesichtet!

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  8. Gefüllte Paprika und Apfelstrudel gehören bei mir auch eindeutig dazu!
    Strudel auch immer ohne Nüsse, Vanillesauce und Schlagobers selbtverständlich (also für andere vielleicht nicht, für uns schon) aber bei so einem perfektem Strudel braucht man die auch nicht.

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  9. Aaaaaahpfelstrudel.... warm.... *seufzz*... jetzt... *seufzzz*

    viele liebe Grüße mit viel Spucke im Mund :)

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  10. Du sagst es. Manche Dinge kann nur die Mama am Besten. Aber Dein Strudel sieht auch sehr lecker aus. Nur wahrscheinlich komme ich schon zu spät zum Kosten. :-)

    Liebe Grüße
    Anna

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